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postheadericon Südafrika: Rebellion der Jugend

Umtata in Südafrika, Foto: martinschreiner1_flickr

Südafrikas Jugendführer Julis Malema treibt die afrikanische Jugend auf dem ganzen Kontinent in Unruhen und einen chaotischen Protest. Malema ist wohl einer der umstrittensten und radikalsten Politiker Südafrikas. Er ist Mitglied der regierenden ANC, des African National Congress, der von Nelson Mandela mit gegründet wurde. Malema bewundert offen Simbabwes Diktator Robert Mugabe und übt sich selbst fleißig in rassistischen Äußerungen. Deswegen steht er auch seit zwei Wochen mit seinem Stab an Politikern und Beratern vor einem Partei-Gericht – knapp ein Jahr zuvor war er bereits verwarnt worden. Der Vorwurf bleibt der gleiche: Volksverhetzung gegen die weiße Minderheit in Südafrika.

Trotz der Anklage und Spekulationen über einen Rauswurf Malemas aus der ANC, der immer wahrscheinlicher scheint, hat der Populist viele junge Befürworter im Volk. Vor Rund zwei Wochen demonstrierten rund 1000 Jugendliga-Anhänger vor der Parteizentrale und forderten Malemas Freispruch. Am Rande kam es auch zu gewalttätigen Übergriffen.

Doch kein Wunder, dass ein redegewandter Populist wie Malema so hohen Zuspruch in Afrika bekommt: Die Frustration auf dem gesamten Kontinent ist riesig. Es fehlen ausländische Investitionen und ein gesundes Wirtschaftswachstum. So gibt es kaum Jobs und Ausbildungsstellen – dabei ist ein Viertel der südafrikanischen Bevölkerung zwischen 15 und 24 Jahren alt. Jeder zweite Südafrikaner in diesem Alter ist arbeitslos, auch die 25 bis 35 Jährigen kommen auf ähnlich erschreckende Zahlen. Die weiße Minderheit im Land kontrolliert beinah die gesamte südafrikanische Wirtschaft, über 70 Prozent der Führungspositionen sind von Weißen besetzt. Da fällt Malemas Gleichsetzung von Weißen mit Kriminellen oder sein Motto „Wir wollen unser Land zurück!“ natürlich auf fruchtbarem Boden.

Um den Politiker Malema selbst ist es allerdings nicht allzu schlecht bestellt: In seiner Freizeit sammelt er deutsche Luxus-Limousinen und lebt in einer pompösen Villa – angeblich alles von seinem Gehalt von ungerechnet 2400 Euro. Es bleibt zu hoffen, dass die afrikanische Jugendbewegung ein vernünftigeres Idol als Malema findet – und sich längerfristig an den sozialen Missständen auf dem Kontinent einiges verändert.